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Das Schul- und Gemeindehaus von Herxheimweyher

- ein Gang durch seine Geschichte -
von Archivar Dr. Imhoff

Für jede Bürgerin und jeden Bürger von Herxheimweyher gehört das ehemalige Schul- und Gemeindehaus zum Dorfbild so wie die Pfarrkirche St. Antonius. Der zweigeschossige Bau mit seinem markanten Giebel prägt das Gesicht der Hauptstraße. Über die Vergangenheit dieses uns so wohl vertrauten Gebäudes wissen wir jedoch nicht allzu viel. Leider haben sich nur wenige Schriftstücke erhalten, die etwas Licht in das Dunkel seiner Baugeschichte bringen. Werfen wir dennoch einmal einen Blick in die einschlägigen Unterlagen des Verbandsgemeindearchivs.

Die Anfänge des Schul- und Gemeindehauses reichen in das Jahr 1845 zurück. Wie die ge-samte Pfalz gehörte Herxheimweyher damals zum Königreich Bayern. Im besagten Jahr baute die Gemeinde ein zweistöckiges Schulhaus mit Lehrerwohnung und Wachtstube im Erdge-schoss sowie zwei Schulsälen im Obergeschoss. Der Vorgängerbau stammte aus dem Jahr 1803 und hatte nur ein Stockwerk besessen.

Erst 1865 können wir wieder etwas über das Gebäude lesen. Am 28. November genehmigte der Gemeinderat von Herxheimweyher Reparaturen im Haus. Die auszuführenden Arbeiten können jedoch nicht sehr umfangreich gewesen sein, da die Höhe der Bausumme – 59 Gulden – relativ bescheiden war. In jener Zeit wurde die Verwaltung des Dorfes von der Nachbarge-meinde Herxheim wahrgenommen. In unserem Gebäude tagte allerdings weiterhin der Ge-meinderat, da das Ortsparlament als Instanz dem Dorf erhalten geblieben war. Eine eigene Verwaltung bekam Herxheimweyher im Jahr 1880 wieder.

In den folgenden Jahrzehnten findet das Schul- und Gemeindehaus mehrmals in den Gemeinderatsprotokollen Erwähnung. In der Regel handelte es sich um die Vergabe von Ausbesserungsarbeiten. So etwa im Juli 1950, als der Außenputz am Gebäude erneuert werden musste. Im Juli 1967 dann wurde über eine notwendig gewordene Dachstuhlrenovierung beraten. Den Zuschlag erhielten damals die Firmen Mohr aus Herxheim (Dacheindeckung) und Johann aus Rülzheim (Blechnerarbeiten).

Daneben war hin und wieder die Nutzung des Gebäudes Thema der Beratungen. Am 12. März 1962 beispielsweise beschloss der Gemeinderat die Einrichtung eines zweiten Schulsaales „infolge Zunahme der Kinderzahl auf über 50“. „Derselbe“, so die Gemeindeväter weiter, „kann im jetzigen Gemeindebüro ohne Schwierigkeiten eingerichtet werden, während dieses in das Un-tergeschoss umziehen kann.“

Die Verbesserung der Raumsituation der Schule ging jedoch zu Lasten jener der Feuerwehr, wie sich zwei Jahre später zeigen sollte. In Herxheimweyher löste man das Problem jedoch auf sehr pragmatische Art und Weise. Lesen wir dazu den Protokolleintrag vom 17. November 1964: „Durch die Inbetriebnahme eines 2. Schulsaales steht für die Feuerwehr kein Versamm-lungsraum mehr zur Verfügung. Der Bürgermeister beantragte daher, dieser  die Benutzung des oberen Schulsaales, der auch vom Gesangverein für die Übungsabende zur Verfügung gestellt wurde, zu gestatten.“ Der Gemeinderat erwies sich in diesem Zusammenhang als be-sonders gesundheitsbewusst. Denn er stimmte der Regelung nur zu „mit der Bedingung, dass mit Rücksicht auf die Schulkinder von den Feuerwehrleuten während der Versammlungen im Schulsaal nicht geraucht werden darf.“



Das Rathaus damals
Das Rathaus damals
Das Rathaus heute
...und heute